So Long, and Thanks For All the Fish (Update)

Nun da die Sache öffentlich ist,  versuche ich mal die Ereignisse meinerseits etwas zusammenzufassen:

Ich dachte zunächst das es eine gute Idee sei: Google macht das Hosting (was uns viel Geld spart), wir bekommen endlich eine funktionierende Suche und Inyoka bekommt endlich die Manpower die es braucht um Erwachsen zu werden. Genau aus diesen Gründen haben ich damals (leichtfertig) zugestimmt.

Aber im Laufe der Zeit reifte in mir die Überlegung das es doch nicht das Gelbe vom Ei sein kann. Wieso sollte Google das für uns tun? Aus reiner Nächstenliebe? Wohl kaum. Die werden unseren/euren Content einfach nur als weiteren Lieferanten für ihr AdWords nutzen und noch mehr Geld verdienen. Ich mag den Gedanken einfach nicht. Vielleicht war ich etwas naiv, das gebe ich gerne zu.

In der Diskussion habe ich dann versucht meine Punkte auch anderen Benutzer deutlich zu machen. Viele sehen es genauso wie ich, aber auch in einem so offenen Forum wie ubuntuusers.de gibt es Grabenkriege und Cliquengehabe. Wir wurden einfach mundtot gemacht und mit Bezeichnungen tituliert, bei denen man sich fragt wo die Leute ihre Erziehung her haben. Sagen wir mal so, ich war von manchen Teamlern echt persönlich enttäuscht. Wie kann man immer von Transparenz, Offenheit und dem Ziel dem User zu helfen sprechen, wenn man hintenrum genau das Gegenteil plant. Wie Spock sagt:

„Das Wohl vieler ist wichtiger als das Wohl weniger, oder eines Einzelnen.“

Und genau das ist nicht passiert. Die Interessen wurden falsch abgewägt. Klar profitieren wir Benutzer davon aus den oben genannten Gründen – aber zu welchem Preis? Wir geben uns als unabhängige Plattform auf und werden Teil der Web-Maschinerie, der wir nie werden wollten. Warum benutzen wir Open Source? Um frei zu sein. Und genau diese Freiheit haben wir nun aufgegeben.

Durch die feindliche Übernahme seitens Google sehe ich mich also gezwungen das Team als Supporter für KDE und Schreiberling für Ikhaya zu verlassen.

Ich werde die komplette Diskussion zu dem Thema in den nächsten Tagen veröffentlichen. Zwar darf ich das offiziell nicht, aber wen schert es. Ubuntuusers an Google zu verkaufen darf man auch nicht, zumindest aus ethischer Sicht. Und das haben sie getan. Zu dem Zeitpunkt werde ich nicht mehr auf dem Planet sein, daher sollte ihr euch bei Interesse meinen Blog bookmarken.

Es gibt aber bereits Pläne von uns „Abtrünnigen“, ubuntuusers nicht einfach sterben zu lassen. Dafür haben wir zu viel Zeit und Herzblut in diese Plattform gesteckt. Sollen die anderen doch machen was sie wollen und mit Google glücklich werden, aber bitte ohne uns. Ich möchte dazu noch nicht zu viel sagen, aber wir haben bereits einen Dump des Forums und des Wikis…

Ich danke den meisten aus dem Team und den Usern für die schöne Zeit, die ich mit euch erleben durfte. Habt vielen Dank und man sieht sich immer zweimal im Leben, das hoffe ich zumindest. Aber ich werde der Community erhalten bleiben, also keine Sorge.

Euer serenity

Update:

Zwar liebe ich Fisch, aber es war alles nur ein Aprilscherz und dieser Beitrag sollte das ganze untermauern. Danke für die Kommentare (auch wenn manche nicht nett waren, aber das gehört dazu) ;)

Die komplette Auflösung wurde gerade auf Ikhaya gepostet.

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14 Gedanken zu „So Long, and Thanks For All the Fish (Update)

    • Das ändert leider nichts. Unserem Aprilscherz mit KDE habt ihr ja schon enttarnt. Lustig ist das alles wirklich nicht.

  1. Pingback: Wichtige Neuigkeiten « startafire

  2. Ich finds lustig, dieser Aprilscherz wurde richtig groß aufgezogen, sogar mit „Bitte Chrome installieren“ Hinweis. :D
    Die haben sich richtig Mühe gegeben es echt aussehen zu lassen

  3. Pingback: Goodbye Ubuntuusers — [ENC]BladeXP's Blog

  4. Hallo!

    Es ist also dich kein Aprilscherz.

    Mein erster Gedanke, als ich u.a. Deinen Blog las, war: wie bei mir in der Firma. Ich bin Abteilungsleiter. Eine meiner wichtigsten Aufgabe ist es, verschiedene Leute und Denkweisen unter einen Hut zu bringen, denn jeder zählt und jeder ist wichtig. Wenn einzelne aussteigen, dann ist das für das Gesamtprodukt meistens einfach nur schlecht. Hier gibt es scheinbar keinen „Betreuer“, der dafür sorgen kann, dass letztendlich doch wieder alle zusammen kommen und was total geiles zustande bringen.

    Schade.

    (ich sehe die Zusammenarbeit mit google nicht ganz so kritisch. Mir ist es wichtig, das möglichst viele Menschen die Vorzüge von freier Software entdecken)

  5. Pingback: Man Cave » Voll lustich

  6. Hi,
    Daumen hoch dafür dass du ausgetreten bist! Ich hoffe das ihr „abtrünnigen“ es noch einmal schafft eine einigermaßen gute Community aufzubauen…..Ich würde es mir wünschen….
    Ach ja, und veröffentliche bitte die Diskussion!

    @micha, kann es ein dass du den selben Kommentar schon mal in einem anderen Blog geschrieben hast???

  7. hei zusammen.

    ich sehe sowas auch eher kritisch. Wir arbeiten mit linux und open source Projekten daran unabhängig von Firmen zu sein und eine freie Bildung für alle zu garantieren (also zumindest ist das eins meiner Motivationen, neben natürlich vielen anderen)

    Nun ist google wirklich nicht bekannt dafür dinge aus Liebenswürdigkeit zu tun, und auch wenn es wirklich viel schwieriger ist ohne Google auszukommen, denke ich dass es immer besser ist ohne Rießenfirmen auszukommen.

    Die Einzige der ich da etwas vertraue ist sun.

    Yahoo, google, microsoft und co. würde ich vollständig aus Projekten die etwas ideologisches anstreben raus lassen.

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